RTF


RTF
RTF
 
[Abk. für Rich Text Format], eine von Microsoft bereits in den 1980er-Jahren entwickelte Methode der Kodierung von formatierten Texten und Grafiken mit dem Ziel, derart kodierte Dateien mit unterschiedlichen Textverarbeitungs- und Layout-Programmen auf verschiedenen Plattformen (wie MS-DOS, Windows, OS/2, Mac OS) verarbeiten zu können. RTF wird wegen seiner Universalität oft als »neutrales Austauschformat« bezeichnet. Die zurzeit gültige Version ist RTF 1.5; sie enthält alle Befehle, die in Word 97/2000 zur Formatierung von Texten verwendet werden.
 
Um RTF zum Austauschen z. B. zwischen Word (Textverarbeitung) auf einem Windows-Rechner und PageMaker (Layout) auf einem Macintosh zu verwenden geht man wie folgt vor:
 
a) Word-PageMaker: Word-Datei als RTF-Datei abspeichern; diese RTF-Datei in PageMaker öffnen; dabei werden Formatierungen wie Hoch- und Tiefstellungen, Kursiv- oder Fettschreibungen korrekt übernommen.
 
b) PageMaker-Word: PageMaker-Datei als RTF-Datei abspeichern und diese RTF-Datei in Word öffnen; auch in dieser Richtung werden die oben genannten Formatierungen korrekt übergeben.
 
Obwohl heute viele Programme Importfilter für die Dateiformate konkurrierender Software-Produkte besitzen und deshalb die jeweiligen Dokumente direkt öffnen können, bietet RTF immer noch wichtige Vorteile:
 
- Austausch von formatiertem Text zwischen Anwendungen, die über keine entsprechenden Importfilter verfügen,
 
- Abhilfe bei unbefriedigenden Konvertierungen,
 
- Export von formatiertem Text an Empfänger, deren Textverarbeitungs-Software unbekannt ist,
 
- Bearbeitbarkeit jeder Formatanweisung, das RTF im ASCII/ANSI-Format geschrieben wird,
 
- Möglichkeit zur Konvertierung von TeX oder Auszeichnungssprachen (HTML, SGML) über RTF.
 
Da gewöhnlicher RTF-Code aus reinen ANSI-Zeichen besteht, kann man ihn auch direkt schreiben, also nicht durch Speichern aus einem Textprogramm heraus erzeugen:
 
{ tf1 Dies ist eine Probe. Jetzt kommt i kursiver Text plain, jetzt Text mit zusätzlicher i  Fettformatierung plain und jetzt {up8 um 8 Punkte hochgestellter Text}. Hier ist die Probe zu Ende.}
 
In diesem Beispiel wird mit { tf1 die RTF-Datei eröffnet, i ist der Befehl für kursiv (engl. italic),  der Befehl für Fettschrift (engl. bold), plain schaltet wieder in die Standardschrift zurück, up stellt Text um den angegebenen Zahlenwert (in typographischen Punkten) nach oben, und eine geschweifte Klammer schließt die RTF-Datei ab. Sehr großen Nutzen kann man aus diesem Verfahren ziehen, wenn man Daten aus einer Datenbank formatiert an ein Textverarbeitungs- oder Layoutprogramm übergeben will. Text in Datenbanken ist von Hause aus nur aus reinen ASCII-Zeichen aufgebaut. Beim Exportieren von Text lassen sich per Makro RTF-Codes einbauen, sodass Tausende von Datensätzen (z. B. im Fall von Katalogen) automatisch formatiert und direkt von einem Layoutprogramm eingelesen werden können. Dieses Verfahren bildet die Grundlage des Datenbank-Publizierens.
 
Eine komplette Übersicht über die RTF-Codes und ihre Anwendung finden Sie im Internet z. B. unter
 
 TIPP:
 
Um die Wirkungsweise von RTF-Auszeichnungen zu überprüfen, schreiben oder kopieren Sie den oben angegebenen RTF-Probetext (inkl. der geschweiften Klammern am Anfang und Ende) in eine leere Word-Datei und speichern Sie diese Datei als »Nur-Text-Datei« ab; z. B. unter dem Namen »RTF_Probe.txt«. Wichtig ist, dass sie die Datei danach schließen. Öffnen Sie dann diese Datei mit Word: Entweder erscheint sofort der formatierte Text auf dem Bildschirm
 
Dies ist eine Probe. Jetzt kommt kursiver Text, jetzt Text mit zusätzlicher Fettformatierung und jetzt um 8 Punkte hoch gestellter Text. Hier ist die Probe zu Ende.
 
oder - falls die Option »Konvertierung beim Öffnen bestätigen« gewählt ist - es wird Ihnen das RTF-Format als zu öffnendes Textformat angeboten und Sie erhalten nach Bestätigung ebenfalls das vorstehende Bild. Zum selben Ergebnis kommen Sie übrigens, wenn Sie die Datei mit PageMaker, QuarkXPress oder vielen anderen Programmen öffnen.

Universal-Lexikon. 2012.

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